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Nachhaltigkeit
Wertstoff Klärschlamm

Nachhaltigkeit

Welche Ziele verfolgt BAYERNOIL mit dem Bayosine® Projekt?

Die Raffinerie befindet sich in Transformation hin zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Produktion von Energieträgern und nachhaltigen Wertstoffen. Unter Nutzung von Synergien mit dem bestehenden Raffinerieverbund erweitern wir unser Portfolio mit klimaneutralen Produkten und bauen damit eine nachhaltige, regionale Wertschöpfungskette aus kommunalen Klärschlamm auf. Dies ist zudem ein wichtiger Beitrag zur Sicherung unserer Raffineriestandorte.
Mit dem Projekt Bayosine® tragen wir dem steigenden Bedarf an nachhaltigen Kraftstoffen sowie weiterer grüner Nebenprodukte Rechnung. Damit leisten wir unseren Beitrag für die Dekarbonisierung im Mobilitätssektor, der Landwirtschaft und bei Grundstoffen für die Chemieindustrie.

Wird Bayosine® die ab 2029 geltenden Anforderungen an die Phosphorrückgewinnung erfüllen?

Ja, ein wichtiger Bestandteil von Bayosine® ist die Rückgewinnung des im Klärschlamms enthaltenen Phosphors. Nach der Novellierung der Abfallklärverordnung wird diese ab dem Jahr 2029 zunächst für größere (> 100.000 EW) Kläranlagen und ab 2032 für mittelgroße (50.000-100.000 EW) zur Pflicht.

Wie viele Arbeitsplätze werden durch Bayosine® geschaffen?

Neben einem Beitrag zum Erhalt bestehender Arbeitsplätze im Raffinerieverbund gehen wir davon aus, dass mit Bayosine® bis zu 35 neue Stellen geschaffen werden.

Welche Ansätze zur Gestaltung der Klimawende gibt es bei BAYERNOIL sonst noch?

Neben einer Vielzahl kleinerer Nachhaltigkeitsprojekte, zum Beispiel zur Steigerung der Energieeffizienz, basiert die Transformation der BAYERNOIL hin zur Klimaneutralität auf vier Schlüsselprojekten. Neben Bayosine® sind dies:
Bayogen – Herstellung von regenerativen / low-carbon Wasserstoff durch Vergasung biogener Rest- und Abfallstoffe;
BayH2 – Herstellung von grünem Wasserstoff mittels Elektrolyse;
BayC3 – Herstellung klimaneutraler petrochemischer Grundstoffe durch Umwandlung recycelter Kunststoffabfälle („end-of-life plastics“).

Kommt es für die Bürger der umliegenden Gemeinden zu Geruchsbelästigungen?

Wir sind uns der Verantwortung für den Erhalt der Lebensqualität in den umgebenden Gemeinden bewusst. Daher verfolgen wir mit Bayosine® einen Null-Geruchsemission-Ansatz und gehen damit über die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte hinaus. Zu diesem Zweck werden die Gebäude gekapselt und die Anlieferung des Klärschlamms erfolgt über automatisiert dichtende Schleusen. Die entstehende Abluft, z.B. aus der Anlieferung, Lagerung und Transport des Klärschlamms, wird abgesaugt und neutralisiert, so dass keine Geruchsbelästigungen entstehen.

Kommt es zu Lärmbelästigungen durch die Anlieferung von Klärschlamm?

Nein, denn der durch den Raffineriebetrieb verursachte LKW-Verkehr wird deutlich abnehmen. Selbst durch zusätzlichen LKW-Verkehr für die Klärschlammanlieferung wird diese Abnahme nicht kompensiert. Dies hat auch eine Verkehrsstudie mit Verkehrszählung bestätigt. Sie zeigt einen Rückgang der Belastungen durch LKWs um ca. 1/3 bis zum Jahr 2040. Technisch sorgen wir dafür, dass schallschutzrelevante Prozesse und Komponenten vollständig gekapselt werden, wie z.B. die Klärschlammannahme.

Warum gibt es bei Bayosine® keinen Verbrennungsprozess?

Bayosine® beruht auf dem Verfahren der Hydrothermalen Verflüssigung (engl.: Hydrothermal Liquefaction oder kurz „HTL“). Dabei wird entwässerter Klärschlamm bei hohem Druck von bis zu 220 bar und Temperaturen bis zu 350°C unter Luftausschluss u.a. zu einem Bio-Öl umgewandelt. Es findet also keine Verbrennung statt und es entstehen auch keine schädlichen Emissionen, wie zum Beispiel Stickoxide oder Schwefeldioxid. Stattdessen entstehen wertvolle Nebenprodukte, die sich industriell weiterverwenden lassen, wie Stickstoff-, Phosphor- oder Schwefelverbindungen. Da das HTL-Verfahren mit entwässerten Klärschlamm arbeitet, erübrigt sich zudem die thermische Vortrocknung.

Wird zusätzliche Fläche versiegelt?

Die Anlagen für die Klärschlammveredelung werden am Standort Vohburg auf bestehenden Industrieflächen aufgestellt. Eine Versiegelung und Erschließung zusätzlicher Flächen ist daher nicht notwendig.

Wertstoff Klärschlamm

Woher stammt der Klärschlamm?

BAYERNOIL ist ein starker Partner in der Region. Gemäß dem Motto „von Bayern für Bayern“ steht der regionale Gedanke im Vordergrund. Die Anlieferung des Klärschlamms erfolgt vorrangig aus Kommunen und Städten in Bayern.

Was geschieht mit den Feststoffprodukten?

Der in dem HTL-Verfahren entstehende Feststoff beinhaltet, neben der im Klärschlamm enthaltenen Mineralik, auch nahezu den kompletten enthaltenen Phosphor. Je nach Klärschlammherkunft, Jahreszeit und Vorbehandlung können Aschegehalte von bis zu 50 Gew.-% und Phosphorgehalte von bis zu 12 Gew.-% vorliegen. Der Phosphor muss gesetzlich in Deutschland ab 2029 zurückgewonnen werden, da es sich um einen strategisch wichtigen Grundstoff handelt. Beim innovativen Ansatz in Bayosine® ist die Herstellung von zwei Wertstoffen im Rahmen der Phosphorrückgewinnung vorgesehen. Zum einem werden Phosphorverbindungen, z.B. in Form von technischer Phosphorsäure, gewonnen. Zum anderen wird im Vergleich zu herkömmlichen Phosphorrückgewinnungstechnologien ein nachhaltiger Festbrennstoff, der die Anforderungen der Rückgewinnungspflicht erfüllt, gewonnen. Dieser kann beispielsweise bei der Zementherstellung zum Einsatz kommen.

Welche nachhaltigen Produkte lassen sich mit Bayosine® aus Klärschlamm gewinnen?

Mit Bayosine® lässt sich ein breites Spektrum nachhaltiger Produkte gewinnen. Dazu zählen insbesondere fortschrittliche Biokraftstoffe für den Schiffs- und Straßenverkehrssektor, Phosphate und Ammoniumverbindungen für die Düngemittelindustrie, technische Phosphorsäure als Grundstoff, z.B. für die Herstellung von Energiespeicher, und „grüner“ Festbrennstoff, z.B. für die Zementindustrie.

Wie wird der im Klärschlamm enthaltene Phosphor zurückgewonnen?

Die Rückgewinnung des Phosphors erfolgt mittels thermo- oder nasschemischer Verfahren. Die zurückgewonnenen Phosphorverbindungen finden beispielsweise in der Düngemittelindustrie Anwendung oder haben Potential, in anderen Industrien, wie der Batterieherstellung, zum Einsatz zu kommen.

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und BAYERNOIL?

Die Entsorgung von kommunalen Klärschlamm unterliegt der öffentlichen Ausschreibungspflicht. BAYERNOIL wird sich zur gegebenen Zeit an diesen Ausschreibungen beteiligen, gegebenenfalls auch gemeinsam mit Partnern. Voraussetzung für eine Teilnahme von BAYERNOIL ist, dass die Ausschreibungen innovative Technologien zulassen und Nachhaltigkeitsaspekte Berücksichtigung finden.

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